Eine feste Größe in der Zwerghuhnzucht, die kleinen Holländischen Zwerghühner!

 

Es ist mal wieder an der Zeit einen Zuchtstandsüberblick über die Holländischen Zwerghühner zu vermitteln. Viel hat sich getan bei den Holländischen Zwerghühnern seit der Einführung aus den Niederlanden. Im Züchtermund sind die Holländischen Zwerghühner zu einer echten Größe gereift. Ganz besonders freut uns, dass das Interesse auch in der momentan eher schwierigen Zeit für uns Rassegeflügelzüchter, nicht abnimmt. Viele junge Züchter melden sich bei unserem Sonderverein und es bleiben auch Züchter, die intensive Zucht betreiben.

Mit 19 Farbenschlägen ist eine sehr stattliche Vielfalt in unserem Standard integriert. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

 

Vor der Farbe kommt immer die ideale Formgebung, die wir von den Holländischen Zwerghühnern abverlangen müssen, damit der Typ stimmt. Die Kleinheit steht damit als erstes Gebot in der Betrachtung. Wie in der Literatur nachzulesen ist, gehören die Holländischen Zwerghühner zu den kleinsten Zwerghuhnrassen. In einem Gewicht von 500 – 550 g der Hahn und 400 – 450 g die Henne, müssen die Formattribute wie: hochgetragene Brust, kurzer gedrungener und sich verjüngender Rumpf mit einer hohlrunden Rückenführung unterbringen lassen.

Wenn dazu noch der üppige hochgetragene Schwanz, die schräg nach unten getragenen Flügel, sowie der etwas nach hinten getragene nicht zu dicke Hals und der nicht zu hohe Stand hinzukommt, haben wir den geforderten Rassetyp. Die Krone bilden dann die Kopfpunkte, mit den nicht großen, flachen mandelförmigen weißen Ohrscheiben, den kleinen runden Kehllappen und der angemessene Kamm mit 4-5 Zacken und der frei stehenden Kammfahne.

 

Wie bei vielen anderen Rassen auch gibt es zwischen den Farbenschlägen figürliche Unterschiede, da nicht jeder Farbenschlag den gleichen Zuchtstand hat. Dazu kommt die unterschiedliche Haltung und Fütterung, also die Morphologie in der Zucht. Jeder Farbenschlag hat seinen eigenen Wertegang in der Genetik.

 

Der Hauptfarbenschlag ist der goldhalsige, der von jeher in großer Anzahl gezüchtet und gezeigt wird. Speziell bei den Hauptsonderschauen stehen in der Regel über 100 goldhalsige in den Einzelvolieren. Bei den Hähnen sieht man stets feine Rassevertreter mit vollen Halsbehängen, üppigen Sattelbehängen und eine gut besetzte und aufgebaute Schwanzbesichelung. Verbessert worden ist in den letzten Jahren die Schwanzfarbe, wo der braune Federkiel nicht mehr anzutreffen ist. Eine Folge der Bewertung! Tiere mit diesen braunen Federkiel kommen nicht mehr in den sg Bereich. Die Halsfarbe ist insgesamt leuchtender im Gold geworden und farblich bei einer gewissen Abweichungstoleranz zusammengerückt. Auf gar keinen Fall soll ein rotbräunlicher Farbton im Halsbehang vorhanden sein. Bei der Reinheit der Halszeichnung ist noch keine Optimalität erreicht, da etwas Vorsaum schon noch auftritt. Die neue Musterbeschreibung gibt hier vor „ Kopf satt goldorange, Halsbehang von oben nach unten von goldorange in goldgelb übergehend „!

Erstrebenswert und leider kein Allgemeingut ist die gleiche Färbung des Hals- und Sattelbehanges. Wenn man die beiden Behänge zueinender schiebt, sollte eine einheitliche Farbe vorhanden sein. Klar abgegrenzte Bindenfarbe und ein klar gezeichnetes Flügeldreieck sollten ein muss sein. In punkto der Form kann man sagen, dass der überwiegende Teil überzeugen kann. Die Haltung der Hähne ist zweifelsohne auf größerer Bandbreite verbesserungswürdig. Die Ansicht im Profil, wo ja eine kurze hohlrunde in der Waage liegende Linienführung vorhanden sein soll, muss insgesamt noch einheitlicher und markanter werden. Der richtige Rumpfaufbau spielt eine sehr große Rolle. Wenn man den Rumpf mit etwas Fantasie, mit einem auf der Spitze stehenden Dreieck vergleicht, kommt man gut in die gewünschte Körperform.

Sehr positiv sind die Schwanzaufbauten geworden, die auch im Ansatz breit sind. Nicht immer ist die Länge der Sichel optimal, dass ist aber auch mit der Haltung und dem Reifeprozess verbunden. Alles in allem kann den Hähnen eine prima Zuchtbasis bescheinigt werden.

Bezüglich der Hennen wurden klare Verbesserungen im Bereich der Rieselung des Mantelgefieder erzielt, so dass bei stark auftretenden Flitter, grober Rieselung oder gar Rost auf den Flügeldecken überhaupt keine Chance für den sg-Bereich mehr besteht. Bei der Form muss darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht zu lang werden. Dadurch verlieren sie die Gnomenhaftigkeit. Gut zu erkennen muss der sich verjüngende Körper sein, also relativ breit im Brust- und Schulterbereich und sichtbar schmäler werdend hin zum Bürzelbereich. . Auffallend in den letzten Jahren war, dass so manche Henne eine ausladende Unterlinie aufweist, dies ist eine Eigenschaft, die dem Typ schadet. Wie bei den Hähnen sollte man ein auf der Spitze stehendes Dreieck in die Betrachtungsweise des Rumpfes optisch im Profil integrieren. Zu den Kopfpunkten ist zu sagen, dass hier kaum Ausfälle vorhanden sind. Tiere die etwas zu länglich im Kopf wirken und auch einen zu langen Schnabel zeigen sollten von der Weiterzucht ausgeschlossen werden und auch in der Bewertungskritik Minuspunkte bekommen. Die lachsfarbige Brustfarbe mit der leichten Säumung und der Nervzeichnung, bietet so gut wie überhaupt keine Kritikpunkte. Bei der goldenen Halsbehangfarbe lassen wir wie bei den Hähnen etwas Spielraum zu. Eine klare Abgrenzung zu den orangehalsigen muss erkennbar sein. Treten verstärkt Defizite in der schwarzen Halszeichnung auf, so ist darauf hinzuwiesen und ggf. auch bei der Bewertung zurückzustufen. Verbessert ist die Schwanzbreite vom Ansatz her mit gut gefächerten Steuerfedern. Das bedeutet, dass bei auftretenden schmalen Schwanzpartien  energisch zurückgestuft werden kann.

 

Die silberhalsige Farbvariation zeigt sich durch konstante Züchterleistung in der Gesamtheit enorm verbessert. Überzeugend der Typ mit optimaler Größe und gedrungenen Körperbau sind hier stets zu beobachten.

Die Hähne haben in punkto Schwanzaufbau sehr gut aufgeholt und die Silberfarbe ist optimiert worden. Der cremige gelbliche Anflug im Halsbehang gehört der Vergangenheit an, sowie der bräunliche Anflug aus den Flügeldecken, so dass bei der Bewertung dieser Negativeffekt nicht mehr durchgeschleppt werden muss. Vereinzelt sieht man hier und da noch etwas weiß in der Brustfarbe, was natürlich Abstriche in der Punktanzahl bringt. Dazu kommt, dass die weißliche Brustfarbe negative Einflüsse auf die Mantelzeichnung der Hennen mit sich bringt. Variierend ist die Schaftstrichzeichnung, wo entgegenzuwirken ist, wenn die Zeichnung zu stark nachlässt. Die mit schwarzen Endsaum behafteten Halsfedern aus vergangenen Jahren sind nur vereinzelt anzutreffen. Die Kämme haben jetzt mehr Adel und der Verlauf der Kammfahne ist in der Regel waagerecht und nicht der Nackenlinie folgend, wie es der Standard fordert. Überzeugen konnte in den letzten Jahren die Körperhaltung der Hähne.

Das gleiche bezüglich der Körperhaltung gilt auch für die Hennen, die sehr typhafte Körperfiguren zeigen. Die Mantelfarbe ist durch stetige Auslese in der Rieselung gleichmäßiger geworden, so dass in diesem Punkt schon einiges für eine sg-Bewertung gefordert werden kann. An die lachsfarbige Brustgefiederfarbe stellen wir keine übertriebenen Anforderungen bzgl. der Sättigkeit, dafür sind die Flügeldecken fast durchweg frei von Rosteinalgerungen. Unterschiede sind in der Standhöhe anzutreffen unter dem Hinweis, dass unsere Holländischen Zwerghühner nicht zu hoch stehen sollen. Der schräg nach unten gerichtete Flügel, der den Bauch verdecken soll, darf auch nicht den Boden berühren. Die Oberlinien und Unterlinien können in der Regel immer in den Vordergrund gestellt werden. Die Gedrungenheit, die Verjüngung des Körpers und die Profilansicht ist bei den Silberhalsigen ausgesprochen positiv. Schmale Schwanzaufbauten wie früher kommen ganz selten mal vor und werden auch entsprechend zurückgestuft.

 

Von den Fortschritten silberhalsigen haben auch die orangehalsigen profitiert! Ganz besonders bei den Hähnen zeigen sich sehr feine Rassevertreter. Unterschiede sind in der Sättigung der Behangfarbe anzutreffen. Ein gewisser Spielraum muss aufgrund der dünnen Züchterbasis  akzeptiert werden. Der Schaftstrich im Halsbehang soll eine schwarze Farbe, und der Rücken die Schultern sowie die Flügeldecken einen orangenen Farbton aufweisen.

Bei den Hennen ist die Körperkürze bzw. die Hohlrundung im Rücken, obwohl verbessert, noch nicht ausgewogen genug. Hier und da zeigen sich Hennen mit etwas lang wirkenden Rückenlinien und auch Defiziten in der Schwanzhaltung. Ein Verbesserungsaspekt der bestimmt in den nächsten Jahren intensiver umgesetzt wird. Stark verbessert ist die Mantelfarbe bzgl. der Zeichnungskomponente der Rieselung. Zu beachten ist, dass die Grundfarbe (bräunlich gelb)einen Tick heller wie beim goldhalsigen Gegenpart ist und der Halsbehang der Hennen einen orangehalsigen Farbton besitzt. Es ist nicht immer so einfach goldhalsige, die etwas schwächer gefärbt sind zwischen den orangehalsigen Hennen zu unterscheiden. Leider ist der Züchterkreis der orangehalsigen nicht allzu groß! Aufgrund der sehr positiven Meldeergebnisse in den letzten drei Jahren ist vielleicht mit einem größeren Aufschwung zu rechnen.

 

Die rotgesattelten (weiß goldhalsig) haben zur Zeit leider etwas abgebaut, was die Stabilität der Figuren betrifft. Die Hähne dürften in der Körperhaltung besser sein, dass heißt waagerechter im Profil und die Schwanzbefiederung voller. Farblich kann man den Hähnen sehr gute Fortschritte attestieren. Halsbehangfarbe, Flügeldreieck, Schulter, Rücken- und Deckenfarbe ist vorhanden. Es ist bei diesem Farbenschlag nicht einfach ein optimalen Farbenhahn mit überzeugender Form zu zeigen. Vereinzelt gelingt es immer mal, aber es fehlt die Qualitätsbreite. Auf eine saubere weiße klar abgegrenzte Bindenfarbe sollte verstärkt geachtet werden.

Die Hennen haben in der Regel sehr gute rahmweiße Mantelfarbe. Die Lachsbrust muss erkennbar sein. Leichte Flügelrose ist hier kein Fehler, solange sie sich nicht auf den Flügeldecken ausbreitet. Kürzere und auch hohlrundere Rückenlinien sind wieder auf einer größeren Basis anzustreben. Der Stand und die Körperhaltung der Hennen ist gut und auch die Kopfpunkte überzeugen in der Regel. Unterschiedlich erscheint die Intensivität der Halsbehänge. Wenn der weißliche Schaftstrich zu breit wird, erscheint die gesamte Halsfarbe heller. Eine sattere Halsfarbe ist natürlich anzustreben.

 

Einen festen Platz bzgl. einer guten Qualität in Form und Typ haben die Blaugoldhalsigen. Die Größe und das Farbbild bei den Hähnen ist auf breiter Basis im Plusbereich. Die Besichelung dürfte noch etwas ausgereifter sein. Aufgrund der Spalterbigkeit gibt es schon unterschiedliche Blautönungen, die mit Fingerspitzengefühl in die Kritikgestaltung einfließen sollen. War früher noch verstärkt der schwärzliche Schaftstrich im Halsbehang vorhanden, so haben wir zur Zeit meist den bläulich geforderten Schaftstrich. Vereinzelt auftretende Hähne mit schwarz im Schaftstrich müssen zurückgestuft werden.

Etwas problematischer ist es bei den Hennen mit der Mantelfarbe, wo auf goldbrauner Grundfarbe eine blaue Rieselung hervortreten soll. Wird das Mantelgefieder zu bläulich, so ist eine zu blockige Mantelzeichnung vorhanden. Bei den goldhalsigen würde dann z. bsp. das Mantelgefieder fast schwarz sein. Trotz des hohen Schwierigkeitsgrad werden immer farblich überzeugende Tiere gezeigt. Schmale Schwanzaufbauten wie früher öfters gesehen, kommen nur noch vereinzelt vor. Von der Haltung und dem Körperaufbau her sind die Hennen dieses Farbenschlages in der Regel sehr überzeugend. Im Körper zu lang wirkende Tiere müssen abgestuft werden und sollten auch nicht in den SG Bereich kommen.

 

Die blausilberhalsigen haben erfreulicherweise große Fortschritte gemacht. Ein Farbenschlag der seinen Weg in ganz kleinen Schritten gegangen ist und der schon Züchter benötigt, die das Besondere suchen. Neben der überzeugenden Formbasis, gesellt sich auch eine prima Zeichnungsanlage dazu. Die Hähne zeigen in der Regel, dass geforderte Silberweiß. Wichtig ist der blaue Schaftstrich im Halsbehang. Wenn dieser vorhanden ist, stimmt in der Regel auch die Brust- und Schwanzfarbe. Ein leichter gelber Anflug auf den Flügeldecken und Rücken, sollte uns zur Zeit nicht allzu sehr stören. Stark verbessert ist die Gleichmäßigkeit in Bauch-, Brust- und Schenkelgefiederfarbe. Bei den Hennen dürfte die Gedrungenheit des Körpers auf breiter Basis noch  besser zu Geltung kommen. Im Profil noch etwas markanter in der „Dreieckigkeit“, des Körpers. Das heißt eine nicht zu lang gezogene Unterlinie! Das Mantelgefieder ist in der Grundfarbe grausilber und zeigt eine helle blaue Rieselung. Schwer zu erkennen ist bei diesem Farbenschlag die Rieselung, da die Farben doch sehr ineinander überlaufen. Fingerspitzengefühl bei der Farbeinstufung ist unabdingbar. Ohne Probleme die helllachsfarbige Brustfarbe.                 

 

Die Kennfarbigen sind leider etwas zurückgegangen. Bei den Hähnen sieht man sehr gute Vertreter was die Form und den Typ angeht. Aber auch Tiere, die etwas zu stark im Körper werden. Ein sauber gezeichnetes Brustgefieder soll vorhanden sein und zwar ohne Gelbeinlagerungen. Der Sperberfaktor im Halsbehang soll nicht zu hart wirken und die Goldfarbe muss satt genug sein. Probleme treten in der Sperberung der Schwanzfeder auf. Gänzlich ohne Sperberung vorhandene Sichelfedern müssen in der Kritik geahndet werden. Auf waagerechte und kurze hohlrunde Rückenführung ist zu achten. Auffällig bei den kennfarbigen Hähnen das Auftreten von Gesichtsschimmel, der natürlich zur Abstufung führen muss. Da der Hahn den Sperberfaktor zweimal und die Henne nur einmal besitzt ist es logisch, dass die Sperberung der Hennen nicht so markant auftritt. Das Mantelgefieder zeigt eine grauweiße angedeutete Zeichnungsanlage mit einer goldbraunen Grundfarbe und erkennbarer Rieselung. Rost auf den Flügeldecken ist nicht geduldet und sollte eine Zurückstufung zur Folge haben. Die lachsfarbige Brustfarbe bereitet keine großen Schwierigkeiten. Besser müssen die Körper und Schwanzhaltungen werden, dazu ein hohlrundere Rückenlinie. Insgesamt kann man den Hennen mehr Gedrungenheit wünschen. Die Köpfe und Schnäbel sollten in diesem Farbenschlag etwas kürzer werden.   

 

Die Goldweizenfarbigen haben einen stabilen Typ erreicht. Die Hähne zeigen das Gold ohne Schaftstrich im Halsbehang. Unterschiedlich der Stand der Tiere, wo darauf geachtet werden muss, dass er nicht zu hoch wird. Verbessert sind die Schwanzaufbauten und das durchgefärbte Flügeldreieck. Sehr gut die Kopfpunkte der Hähne. Vom Profil her müssten die Hähne noch mehr Waagerechte im Profil zeigen und die Rückenlinie nicht abfallend.

Bei den Hennen in der Regel keine Minuspunkte mehr bzgl. der Mantelgefiederfarbe. Schwärzliche Einlagerungen halten sic in Grenzen und sollten auch bei der Kritikabfassung entsprechend einbezogen werden. Wichtig ist dass die Brust- und Bauchgefiederfarbe einen Ton heller wie das Mantelgefieder ist. Unterschiede liegen im Bereich der Größe, die zu Gunsten der Kleinheit und Gedrungenheit korrigiert werden muss. Noch nicht Allgemeingut ist eine breite Schwanzpartie mit optimaler Fächerung der Steuerfedern. 

 

Bei den gelb schwarzcolumbia, die in den letzten Jahren gezeigt wurden konnte eine leichte Verbesserung festgestellt werden. Die Hähne sollten etwas kleiner sein und die Kämme und Ohrscheiben zarter. Sehr gut die Gefiederfarbe und die Schwanzaufbauten. Zu achten ist darauf, dass die Flügeldeckenfarbe nicht zu rötlich wird. Problematisch bei diesem Farbenschlag, die korrekte Schwingenfärbung. Die Hennen dürften allgemein etwas hohlrunder im Rücken und kürzer im Körper werden. Eine gute Mantelfarbe ist vorhanden. Verbesserungswürdig die Columbiazeichnung des Halsbehanges. Auf eine gute Schwingenfärbung ist zu achten. Schon recht ordentlich die Säumung der Schwanzdeckfedern.

 

Mit sehr guter Formverankerung überzeugt der schwarze Farbenschlag. In diesem Farbenschlag werden stets sehr feine Rassevertreter gezeigt, die hohe Qualitätsmerkmale aufweisen. Edler dürften bei den Hähnen die Kopfpunkte bzgl. des Kammschnittes, des Kammblattverlauf und auch die Ohrscheiben sein. In diesen Punkten gibt es immer wieder Ansatzpunkte die zu Minuspunkten führen. Die Farbe und der Lack ist auf großer Breite in Ordnung. Problematisch ist hin und wieder der violette Farbeinbau. Wenn die Hennen besonders viel Grünlack zeigen, spiegelt sich das in violett bei den Hähnen wieder, da das Gen für die Lackfarbe dann verstärkt vorhanden ist. Die Schwanzfederbreite und Aufbau der Schwanzfedern ist ein klares plus. Nicht zu dunkel sollte die Augenfarbe sein und die Gesichtfarbe eine leuchtend rote Farbe aufweisen. Eine dunkle Gesichtfarbe bei den Hähnen ist streng zu kritisieren und führt auch bei bester Form und Typ nicht mehr zu einem SG.

Schmale Schwanzpartien und langer Körper führt bei den Hennen aufgrund der hohen Qualität zur strikten Abstufung. Auffallend war, dass die eine oder andere Henne etwas kurz im Hals wirkt. In diesem Punkt muss aufgepasst und entgegengewirkt werden. Auf jedem Musterbild ist eine gewisse Halslänge erkennbar, dies muss auch bei den lebenden Tieren so sein. Klarer sollte die Gesichtsfarbe im Rot werden. Hier sind immer mal wieder Minuspunkte auszumachen. Der Bewertungszeitpunkt sollte berücksichtigt werden. Spätestens, wenn die Henne das erste Ei gelegt hat, sollte auch die  rote Gesichtsfarbe da sein. Dunkle Gesichtsfarbe kommt durch einem übergroßes Vorhandensein von Melanin zustande.

 

Einen kleinen Züchterkreis haben die weißen Holländischen Zwerghühner, die aber durch Größe, Typ, Stand und Haltung bestechen. Die Hähne dürften noch etwas breiter im Sattelbereich sein und auch gelegentlich farblich reiner. Die Hennen sind sehr einheitlich in den letzten Jahren und nur gelegentlich der Wunsch nach breiteren Schwanzabschluss (mehr Fächer) und ausgereiftere Hohlrundung im Rücken. Die Lauffarbe soll bei den weißen blaugrau sein und nicht zu sehr ausblassen. Gut erkennbar das Rassemerkmal der Gedrungenheit mit der Verjüngung des Körpers.

 

Bei den blauen gibt es immer wieder mal ein auf und ab in den letzten Jahren. Der Züchterkreis ist leider nicht so groß bei diesem schwierig zu züchtenden Farbenschlag. Durch den Farbenschlag schwarz ist die Form sehr gut integriert. Farblich sind die Hähne meist korrekt. Bräunliche Farbeinlagerungen in den Behängen sorgen für Abzüge. Besser und voller zum Teil die Besichelung. In der Hennenkollektion ist das Hauptproblem in der Rückenlinie und  der Mantelfarbe zu finden. Noch größer ist die Basisbreite bzgl. der hohlrunden Rückenlinie zu wünschen. Nicht einfach ist es die gewünschte blaue Mantelgefiederfarbe bei den Hennen zu erreichen. Nachsicht ist bei der Bewertung dieses Farbenschlages anzuwenden. Ein Plus bei diesem Farbenschlag ist die Größe der Tiere, die meist als sehr gut zu bezeichnen ist.

 

Die perlgrauen haben sich in den letzten Jahren bezüglich der Gefiederstruktur enorm verbessert. Auch das Farbbild ist einheitlicher geworden, speziell bei den Hennen. Die Hähne sollten noch reiner in der Behangfarbe werden und auch die Schwanzaufbauten sind trotz der Fortschritte weiterhin zu verbessern. Kürzer dürfte der eine oder andere Hahn im Körper sein und auch im ganzen gnomenhafter. Bei den Hennen ist unbedingt eine kürzere und hohlrundere Rückenlinie anzustreben. Etwas niedriger zum Teil der Stand der Tiere. Es muss auch die Unterlinie besser in Betracht gezogen werden, die nicht zu ausladend werden darf (ein auf der Spitze stehendes Dreieck sollte uns hier gedanklich leiten). Im ganzen ist dem Farbenschlag mehr Kleinheit zu wünschen.

 

Gesperberte haben ihren festen Platz und überzeugen stetes durch auffallende Formgebung, Stand und Haltung. Gut sichtbar bei diesem Farbenschlag in der Regel die Körperverjüngung. Die Hähne haben eine enorme Verbesserung bezüglich des Schwanzaufbaues und der Zeichnung der Sichelfedern erfahren. Durch den zweifachen Sperberfaktor erscheinen die Hähne heller als die Hennen. Wichtig ist eine gute Zeichnung der Schwingen, die klar verbessert wurde. Sehr gut in die Kopfpunkte und die Form des Schädels. Eine große Bandbreite mit den hohlrunden Oberlinien zeigen stets die Hennen. Augenfällig der kurze Körper. Zu lange Tiere und schmale Tiere im sowie Tiere mit zusammengekniffenen Schwanz haben keine Chance auf eine Bewertungsnote im SG Bereich. Unterschiede bestehen in der Zeichnung des Mantelgefieder. Hier und da wirkt der Halsbehang etwas dunkel oder auch im Rücken ist die Sperberung nicht optimal. Die Lauffarbe der gesperberten ist aus genetischen Gründen hell und spiel keine Rolle bei der Bewertung und Zucht.

 

Zur Rarität zählt die wachtelfarbige Variante. Selten werden die Tiere gezeigt. Die vorhandenen Tiere dürften im Körper etwas kürzer und gedrungener werden. Positiv die Farb- und Zeichnungseffekte, die vorhanden sind. Auf etwas knappere Unterlinien sollte geachtet werden, also ein nicht zu langgezogenes Brustbein.

 

Etwas stärker in Erscheinung treten die silberwachtelfarbigen, die auch im Typ etwas besser rüber kommen. Die Größe dürfte einheitlicher in der Gnomenhaftigkeit werden. Pluspunkte sind der Stand, die Haltung sowie das Farbbild.

 

Silberweizenfarbige werden regelmäßig gezeigt. Die Hähne zeigen sehr gute Formattribute und können im Gesamttyp überzeugen. Die Farbaspekte, strohgelber in silberweiß übergehender Halsbehang und Sattelbehang, rotorange Rücken- und Schultergefieder sowie Flügeldecken, müssen noch klarer herausgezüchtet werden, um einen einwandfreien Unterschied zu den lachsfarbigen zu erreichen. Die Hennen mit edlen Figuren, guter Körperproportion und Haltung. Zum Teil sollte die Hohlrundung im Rücken ausgeprägter sein. Das Mantelgefieder soll eine hellweizenfarbige Färbung aufweisen. Der Halsbehang zeigt eine matte hellbraune mit cremeweißer Säumung umgebene Färbung. Die Steuerfedern werden matt grauschwarz verlangt und die Schwanzdeckfedern sollen bräunlich schwarz mit weizenfarbiger Umrandung sein. Auf genügend mattschwarze Farbe in den Schwingen ist zu achten. Da in der Nachzucht ein breites Spektrum an Farbkompositionen auftritt, muss der Züchter sowie der Preisrichter sich genau mit der Umschreibung dieses Farbenschlages beschäftigen um zur Bewertung ein einheitliches Farbbild zu bekommen. Die Vererbungsgenetik ist noch nicht stabil, dass sollte jeder Züchter, der diesen Farbenschlag züchtet, wissen.

 

Lachsfarbige werden seit der Anerkennung ebenfalls gezeigt. Stets findet man Mischfarben zwischen silberweizenfarbigen und lachsfarbigen, die sich in den Bewertungsvolieren tummeln. Die Hähne zeigen Typ, Form und Gnomenhaftigkeit. Etwas einheitlicher sollte der Stand sein. Cremefarbig/strohgelb werden die Kopffedern gewünscht, die dann in einen elfenbeinfarbigen mit schwärzlichbraunen Schaftstrichzeichnung behafteten Halsbehang übergehen. Das Rücken- und Schultergefieder soll eine orangerot mit silbrigen-cremfarbigen Rand, marmorierte Farbe aufweisen. Wenn man die einzelnen Federn des Rücken und Schultergefieder  betrachtet wird man eine dreigefärbtes Farbspiel (cremefarbig, braun, orange) erkennen. Ein gut sichtbares cremefarbiges Flügeldreieck wird durch die entsprechende Färbung der Außenfarben der Schwungfedern erreicht. Bei den bisher gezeigten Hennen wurde ein konstanter Typ und ansehnliche Form gezeigt. Nachholbedarf besteht in der Farbe des Mantelgefieder, dass in der Ausstrahlung eine leichte Rose/Lachsfarbige Färbung aufweisen soll. Eine cremefarbige Säumung umschließt die Feder, die eine helle Kielfarbe aufweist. Das Brust-, Bauch- und Schenkelgefieder weist eine cremefarbige Färbung auf und steht etwas in Kontrast mit der Flügeldecken-, Rücken- und Schulterfarbe.

 

Die schwarz weiß gescheckten sind die jüngst anerkannte Farbvariation. Durch die hohe Qualität bei den schwarzen ist auch der Typ und die Formlage bei diesem Farbenschlag in hohen Maß vorhanden. Die Zeichnungsverteilung sollte exakter werden. Das heißt eine klar abgetrennte weiße Zeichnung am Federende, die nicht zu stark erscheint. Bezüglich der Zeichnungsanforderung sollte noch etwas Milde bei der Betrachtungsweise einfließen.

 

 

Verfasser:

Ulrich Flor, 2011