Siegerringschau 1995 in Hannover

In 12 von 16 anerkannten Farbenschlägen waren insgesamt 342 Holländische Zwerghühner gemeldet. Die Farbenschläge weiß, orangehalsig, silberwachtelfarbig und wachtelfarbig fehlten. Mit der Qualität der Tiere konnte man sehr zufrieden sein.

Den Anfang machte der zahlenmäßig stärkste Farbenschlag, die Goldhalsigen. Mit 47,80 gemeldeten Tieren waren sie zum Bewertungsvergleich angetreten. Neben einem großen Teil von Hähnen, die im Gefieder unfertig waren und folglich nicht in die sg Bewertung kommen konnten, auch ein Teil der Tiere mit violetter Farbeinlagerung in Schwanz und Flügelbinden. Auf klare Bindenzeichnung wurde bei der Bewertung geachtet und braune Farbeinlagerungen in den schwarz geforderten Flügelbinden mit der nötigen Kritik versehen. In der Goldfarbe konnte ein Großteil der Hähne überzeugen. Gelegentlich bestand der Wunsch nach satteren Schaftstrichen im Halsgefieder. Figürlich gab es eine große Bandbreite von überzeugenden Rassevertretern, die die nötige volle vorgewölbte Brustpartie aufwiesen. In Musterbild von Hahn stellte Adolf Hamacher, der beim Wettbewerb um den Siegerring den dritten Platz belegte, mit V BB, sowie einem HV Hahn, der im Übergang etwas abgedeckter sein durfte. Ebenfalls überzeugend mit kleinem Wunsch im Übergang, der HV Hahn von Hoping. Hennen mit grober, ungleichmäßiger und bänderungsartiger Rieselung kamen nicht in den sg - Bereich. Lange Rücken und fehlende Hohlrundung führten ebenso zu Abstufungen wie mangelnde Brustwölbung. Unter den 49 Hennen sg Hennen ein großer Teil mit überzeugender Mantelgefiederfarbe und Zeichnung. Gelegentlich durfte die Goldfarbe leuchtender sein. Die Spitzenhennen stellten Schuppe mit HV (kleiner Wunsch im Übergang) sowie Filipp (Goldfarbe etwas heller). Breitere Schwanzpartien, reinere Ohrscheiben und vollere Übergänge (Kissen) waren Wünsche bei einigen Hennen.

12,15 Silberhalsige. Vom Typ her konnten die Hähne überzeugen. Kritikpunkte, die auch zu Abstufungen führten, lagen in einer unsauberen mit weiß durchsetzten Brustfarbe sowie unsauberer, gelbliche Flügeldecken und Halsfarbe, dazu unfertiges Federkleid, so dass nur vier Hähne zum sg kamen, die allerdings in Figur und Farbe überzeugten. Mit sehr guten Figuren auf breiter Basis demonstrierten die Hennen schöne Ober- und Unterlinien. Lediglich 7 g Hennen, was in erster Linie auf eine grobe Rieselung zurückzuführen war. Etwas satter sollte zum Teil der Schaftstrich sein. A Stephan zeigte mit V BB eine sehr edle Henne.

6,16 Blaugoldhalsige. Zwei Hähne konnten in Farbe, Gefiederbildung und Form überzeugen, bei Wünschen im Übergang. Unfertiges Gefieder sowie eine der Nackenlinie folgende Kammfahne führten zu unteren Noten. Etwas leuchtender durfte die Behangfarbe im Gold sein. Sehr gut zur Geltung kam die blaue Schaftstrichzeichnung. Ansprechende Formen wiesen die Hennen auf. Gelegentlich wäre mehr Hohlrundung im Rücken von Vorteil gewesen. Wegen unfertigem Gefieder sowie fehlender Rieselung im Mantelgefieder gab es untere Noten. Zu schmaler Schwanzaufbau war bei einigen festzustellen. Die acht sg Hennen wussten in Typ und Mantelfarbe zu gefallen. Etwas reiner konnten vereinzelt die Flügeldecken sein.

1,1 Blausilberhalsige. Der Hahn konnte in Ober- und Unterlinie sowie Körperhaltung gefallen. Lediglich die Deckenfarbe hätte reiner im Silber sein können. Die farblich überzeugende Henne sollte in der Körperhaltung straffer und im Rücken kürzer sein.

6,14 Rotgesattelte. Von den Hähnen zwei im sg Bereich, die auch farblich überzeugen konnte. Abstufungen erfolgten durch fehlende bzw. nachlassende Pigmentierung im Flügeldreieck. Ein Hahn wies zu starke Roteinlagerung in den Ohrscheiben auf, ein anderer zu flache Brust. Neben den beiden herausstechenden Hennen mit V BB und HV LVP von Theo Rottstegge auch sieben Hennen, die in der Form voll überzeugten. Durchweg zu sehen war eine sehr gute rahmweiße Mantelfarbe. Leichte Unterschiede gab es in der Intensivität der Halsfarbe. Untere Noten wegen langem Rücken und fehlender Brustfülle. Theo Rottstegge errang mit einer außergewöhnlichen Leistung den „ Goldenen Siegerring“.

5,12 Gelb schwarzcolumbia. Sehr guten Typ verkörperten die Hähne; lediglich einer mit etwas flacher Brust. Most stellte in diesem jungen Farbenschlag einen HV BLP Hahn von bemerkenswerter Qualität. Wegen durchstoßenden Schaftstrich wurde ein Hahn auf g gesetzt. Die Grundfarbe stimmte zu großen Teil, obwohl hier und da die Flügeldeckenfarbe nicht satter sein soll. Mandelförmiger die Ohrscheiben. Bei den Hennen, die in der Mantelfarbe sehr gut waren, hätte die hohlrunde Rückenlinie bei einigen exakter sein können. Markanter muss teils die Schaftstrichzeichnung werden. Die richtige Körperhaltung wurde nicht von allen Hennen optimal präsentiert.

13,22 Schwarz. Nur zwei Hähne konnten sg erreichen. Violette Farbeinalgerungen, aufgesetzte Kehllappen, abfallender Rücken und unfertiges Gefieder sorgten für untere Noten: Die Qualität bei den Schwarzen war schon besser. Das gleiche Qualitätsbild wie bei den Hähnen auch bei den Hennen. Probleme bereitete die Gesichtsfarbe, die nicht immer wie gefordert rot, sondern schwärzlich war; dazu kamen abfallender Rücken, unfertiges Gefieder, eckiger Übergang, fehlende Hohlrundung im Rücken sowie Mängel im Grünlack. Überzeugen konnten, allen voran die hv Henne von Pastrik (im Übergang noch etwas geschlossener). Im Ganzen hätte den Hennen eine straffere Körperhaltung gut getan, damit der Typ besser zur Geltung kommt.

6,8 Blaue. Unter den Hähnen ein idealer Vertreter mit feiner Figur, schönem, vollem Schwanzaufbau, breiter Feder und prima Farbbild. Zwei Hähne wurden wegen braunen Farbeinlagerungen im Halsgefieder auf g gesetzt. Die drei anderen Hähne konnten in Brustwölbung, Kopfpunkten bei kleinen Wünschen in der Sattheit der Halsfarbe, Schwanzfarbe sowie in den Übergängen überzeugen. Die Hennen zeigten sich relativ positiv in der Figur, obwohl die eine oder andere noch hohlrunder im Rücken hätte sein können. Gleichmäßiger musste zum Teil die blaue Mantelgefiederfarbe gefordert werden, die ja ohne Säumung angestrebt wird. Breitere Schwanzpartien wären für die Darstellung des Typs vorteilhafter. Alles in allem wurde bei den Blauen ein Fortschritt erzielt.

4,7 Gesperberte Von den vier gemeldeten Hähnen wurden nur drei gezeigt, die aufgrund unfertigen Gefieders und flacher Brustpartie nicht auf sg kamen. Die drei sg Hennen überzeugten in Form, Farbe und Zeichnung. Breitere Schwanzpartie (mehr Fächerung) hätte einigen gut getan. Fehlende Blüte, verwaschene Zeichnung sowie abfallende Haltung brachten untere Bewertungsnoten.

7,11 Goldweizenfarbige. Sehr guten Typ verkörperten die Hähne. Eckiger Übergang sowie zu schmaler Besichelung wurden bei zwei Hähnen bemängelt. Zum Teil hätte der Schwanzansatz breiter sein können. Gut war die Goldfarbe in den Halsbehängen, wo der zu verdrängende Schaftstrich kaum noch sichtbar war. Haasbach konnte auf einen überzeugenden Hahn mit prima Form und Schwanzaufbau HV BM erringen. Durchweg gute Mantelfarbe bei den Hennen, wo nur eine zu schwach in der Pigmentierung des Flügeldreiecks war. Besser muss die Abgrenzung zwischen Brust- und Mantelfarbe werden. Die Brustfarbe ist die hellere. Breitere Schwanzansätze und mehr Fächerung in den Steuerfedern wären von Vorteil. Kurze, hohlrunde Rückenlinie wurde beachtet und ggfs bemängelt.

9,21kennfarbige. In Typ, Farbe und Zeichnung war bei den Hähnen wenig Kritik anzubringen. Gelegentlich durfte die Flügeldeckenfarbe satter sein. Zwei Hähne zeigten wellige Ohrscheiben und wurden auf g gesetzt. Alle übrigen Hähne im sg Bereich. Osterkamp konnte auf einen in Form und Farbe bestechenden Hahn HV erringen. Etwas gewölbter zum Teil die Brustfarbe sowie markanter die Sperberung im Schwanzbereich waren Wünsche; ebenso harmonischere Übergänge. Bei den Hennen zeigten sich Licht und Schatten. Einige Ausfälle durch Kammfehler, Unreife und schlechte Steuerfedernlage. Ein großer Teil der Hennen konnte mehr Blüte zeigen. Die Sperberung im Mantelgefieder war nicht immer optimal; zum Teil sollte sie gleichmäßiger bzw. nicht ausgeprägter sein. Recht gut zur Geltung kamen die guten Formen mit breit angesetzten Schwanzpartien.

3,7 perlgrau. Alle Hähne überzeugten im Typ und konnten auch farblich gefallen. Schlechte Steuerfedernlage bzw. einmal offene Schwanzpartie  verhinderten eine sg Bewertung. Zwei Hennen zeigten Goldsaum im Brustgefieder bei sehr guter Form und Mantelfarbe. Die fünf sg Hennen konnten, bei kleinen Wünschen,  sehr gefallen.              

Ulrich Flor